
HALLE (SAALE)/MZ. Richtig stolz waren sie bislang auf sich, die Fußballer vom VfL Halle 96. Richtig guten Fußball hatten sie in dieser Saison gespielt und sich die Oberliga-Tabelle von weit oben angeschaut. Am Sonntag gab es nun die erste Bruchlandung in dieser Saison mit einer 1:3-Niederlage bei Wacker Gotha. Die fand Trainer Lars Holtmann einfach nur "ärgerlich".
Dazu gab es gleich noch eine Gebrauchsanleitung für den weiteren Saisonverlauf. Einfach nur Schönspielen reicht nicht, da müssen auch mal die
Zähne gezeigt und die Ellbogen ausgefahren werden. All das tat Gotha. Eine Mannschaft, die "fußballerisch nun wirklich nicht gut war", wie Holtmann erkennen musste, der es aber gelang, das Spiel des VfL 96 nach und nach kaputt zu machen.
Nach einer Viertelstunde ging der VfL 96 durch Patrick Selle verdient in Führung. Alles schien angerichtet für den Auswärtssieg. Doch beeindruckten die VfLer mit kernig geführten, aber keineswegs unfairen Zweikämpfen. So lange, bis sie sich Respekt erworben und geklärt hatten, wer Herr im Hause ist. In der letzten Stunde des Spiels standen die Hallenser regelmäßig zu weit weg in den Zweikämpfen. Und sahen dann auch noch staunend zu, wie Gothas Konter für immer mehr Torgefahr sorgten.
Noch vor der Pause fiel der Ausgleich. Gothas 2:1 Mitte der zweiten Halbzeit war schon die Spielentscheidung, weil vom VfL kaum noch Gegenwehr kam. Ein Elfmeter für den Gastgeber war dann der Schlusspunkt auf einen Nachmittag zum Vergessen.
Holtmann hielt Gothas Sieg für verdient. "Die haben gespielt, was sie konnten. Uns ist irgendwann nichts mehr eingefallen." Holtmann und seine Spieler haben nun einige Zeit, darüber nachzudenken, wie man solchen Mannschaften begegnet. Auch wenn am Sonntag wohl wieder andere Qualitäten gefragt sind. Da steht im Heimspiel gegen die zweite Mannschaft vom HFC wieder spielerischer Fußball auf dem Programm. Und in dieser Sportart hatte der VfL 96 in dieser Saison erstaunlich viel zu bieten.
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